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FAQ Hausarbeiten im ersten klinischen Semester

Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu dieser Liste sind jederzeit willkommen.

Autor: G. Grohmann (guenter.grohmann@charite.de) unter Mitarbeit von Stephanie Roll, Johannes Schulze und Thomas Keil.

Stand: 18.11.2011

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Fragen

  1. Warum muss man diese Hausarbeit überhaupt schreiben?
  2. Wo finde ich Formulare, Merkblätter ...?
  3. Wer ist Ansprechpartner für...?
  4. Wo finde ich Informationen zu Terminen und Fristen?
  5. Wie funktioniert das Wahlverfahren?
  6. Wo muss man Wahlbogen, Exposee und die Hausarbeit abgeben?
  7. Was muss bei der regulären Abgabe beachtet werden?
  8. Was passiert, wenn man die Hausarbeit nicht abgegeben hat?
  9. Was muss man bei Fristversäumnissen tun?
  10. Unter welchen Voraussetzungen gibt es eine Abgabefristverlängerung?
  11. Kann man die Arbeit aufs kommende Semester verschieben?
  12. Wird bei einer Famulatur eine Abgabefristverlängerung gewährt?
  13. Erhalten Studierende, die am Erasmusprogramm teilnehmen, eine Fristverlängerung?
  14. Welche Wiederholungsmöglichkeiten gibt es?
  15. Wann gilt die Leistungskontrolle als „Bestanden“?
  16. Gibt es eine Nachbesserungsmöglichkeit, wenn die Arbeit formal nicht bestanden wurde?
  17. Welche Beurteilungskriterien gibt es?
  18. Wird die Hausarbeit benotet?
  19. Darf die Hausarbeit in Englisch verfasst werden?
  20. Darf die Hausarbeit Basis für eine Publikation sein?
  21. Kann eine Diplomarbeit etc ... als Hausarbeit anerkannt werden?
  22. Kann es sein, dass man das gewählte Thema nicht bekommt? (Online-Wahl / Listenthema)
  23. Kann es sein, dass man das zugewiesene Thema nicht bekommt?
  24. Kann es sein, dass mir jemand mein eigenes Thema wegnimmt?
  25. Gibt es nach Ablauf der Wahlfrist eine Möglichkeit zum Thementausch bzw. Themenwechsel?
  26. Was ist bei eigenem Thema und eigenem Betreuenden zu beachten?
  27. Kann man nach Abgabe des Wahlbogens noch ein eigenes Thema anzumelden?
  28. Darf die Arbeit zusammen mit anderen Studierenden geschrieben werden?
  29. Wer darf eine Hausarbeit betreuen?
  30. Darf ein „Externer“ die Hausarbeit betreuen?
  31. Kann das Prodekanat für Betreuende Themen direkt an Studierende vermitteln?
  32. Was passiert, wenn der Betreuende bekundet, keine Zeit zum Verfassen eines Exposées (Vorschlagsthema) zu haben oder es erst dann verfassen will, wenn ein Studierender es gewählt hat?
  33. Sind Case-Studies geeignet für die Hausarbeit?
  34. Welche Arten von Reviews sind zulässig?
  35. Darf man eine Meta-Analyse schreiben?
  36. Welche Kategorien gibt es?
  37. In welcher Form muss die Arbeit abgeben werden?
  38. Wie muss die Arbeit aufgebaut sein?
  39. Welche Layout- oder Formatierungsvorschriften gibt es?
  40. Wie sieht die Eidesstaatliche Erklärung aus?

Antworten

Wieso? Weshalb? Warum? (Motivation)

Warum muss man diese Hausarbeit überhaupt schreiben? Bringt doch nur Stress! Diesen verärgerten Reaktionen ist mehr entgegen zu setzen als der banale Hinweis, dass die Hausarbeit im Curriculum festgeschrieben ist. Denn sie dient dem Erlernen wissenschaftlichen Arbeitens und bietet die Gelegenheit, Q1-Inhalte zu vertiefen und auf neue Fragestellungen anzuwenden

Sie ist eine gute Übung für Publikationen und Doktorarbeiten und erfordert den persönlichen Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden. Beide Seiten sind dadurch besser in der Lage, künftige Kooperationen realistischer einzuschätzen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese Zusammenarbeit produktiv ist und z.B. Dissertationen auch fertiggestellt werden.

Sie stellt auch ein Lernmodul im Konzept "Evidence based medicine" dar. Denn jede Arbeit erfordert eine systematische Literaturrecherche und eine methodisch korrekte und kritische Bewertung der Quellen

Es gibt also einige "Benefits" für Studierende und Lehrende, welche die Qualität medizinischer Ausbildung und Praxis erhöhen.

Wo finde ich Formulare, Merkblätter, Mustervorlagen, LVO, Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten...?

Im Campusnet gibt es Bereiche für Lehrende und Studierende

http://campusnet.charite.de/hausarbeit.html und http://campusnet.charite.de/hausarbeit-lehre.html

Alle Dokumente stehen zum Download bereit.

Wer ist Ansprechpartner für...?

Herr Günter Grohmann

guenter.grohmann@charite.de

Organisation des Arbeitsbereiches / Ansprechpartner für Lehrende u. Studierende /Themenwahl / Themenzuweisung / Beratung

Formale Bewertung, Fristverlängerungen, Themenwechsel, Testatabgabe, Beschwerden,

  • Telefon-Support (450 576523) oder via Email
  • Persönliche Sprechstunde (Di. 11.00-13.00 u. Mi. 12.00-13.30 TÄF CCM, 5. Ebene, Raum 009)
  • Bitte aktuelle Campusnet-Sprechzeiten beachten

Studentische Telefonsprechstunde

Jeden Mittwoch, 16:30 bis 18:30 Uhr. Telefon: 450 576523

Wo finde ich Informationen zu Terminen und Fristen?

Sie werden zu Beginn des Semester im Campusnet veröffentlicht.

http://campusnet.charite.de/ und http://campusnet.charite.de/termine-ergebnisse.html

Beachten sie bitte immer die NEWS im Campusnet.

Wie funktioniert das Wahlverfahren?

Hier ist die grundsätzliche Abfolge. Termine und Fristen sind im Campusnet publiziert.

  1. Man kann entweder ein eigenes Thema / eigenen Betreuer suchen (empfohlen) oder sich an einer Vorschlagsliste orientieren.
  2. Für ca. 5 Tage wird die Online-Registrierung freigeschaltet. Bei diesem Akt muss man entweder das eigene Thema / Betreuer eingeben oder kann bis zu sieben Themen (-Nummern) im Online-Formular angeben. Als Ergebnis erhält man als Printout den Wahlbogen.
  3. Dieser Wahlbogen muss unterschrieben abgegeben werden. Plus Exposee, falls man sich selber ein Thema gesucht hat.
  4. Danach wird (ca. 10 Tage nach Ende der Registrierungsfrist) die Themenzuteilung publiziert; ebenso eine Liste noch freier Themen.
  5. Jetzt gibt es noch die Möglichkeit des Themenwechsels, falls man nichts mit der Zuteilung anfangen kann.
  6. Dann sollte man sich umgehend mit seinem Betreuer in Verbindung setzen und einen Zeit- und Arbeitsplan festlegen.

Wo muss man Wahlbogen, Exposee und die Hausarbeit abgeben?

  • Briefkasten „Themenwahl Hausarbeiten“ im TÄF, vor Raum 9, 5. Ebene, Virchowweg 23
  • Persönlich bei G. Grohmann oder Vertreter (TÄF, R. 9, 5. Ebene)

Hinweise

Die Exposees sind nur erforderlich, wenn man ein eigenes Thema gefunden hat. Exposees sollten digital an hausarbeit-support@charite.de geschickt und auch ausgedruckt zusammen mit dem Wahlbogen abgegeben werden. Sie müssen nicht vorm Betreuer unterschrieben werden. Sie können zur Not auch nachgereicht werden. Dies sollte auf dem Wahlbogen vermerkt werden.

Was muss bei der regulären Abgabe der Hausarbeit beachtet werden?

  • Die Arbeit muss vom Studierenden und vom Betreuenden unterschrieben sein.
  • Alle formalen Kriterien (s.u.) sollten noch einmal überprüft werden (Name, Anschrift, Matrikel-Nr., Layout etc)

Was passiert, wenn man die Hausarbeit nicht abgegeben hat?

Bei unbegründeter Nichtabgabe gilt die Arbeit als "Nicht Bestanden" und muss wiederholt werden.

Was muss man bei Fristversäumnissen tun?

Bei verpasster Online-Registrierung oder wenn Sie die Abgabe des Wahlbogens oder Exposees versäumt haben, kontaktieren sie bitte den Support. (Email oder Ansprechpartner)

Wird der reguläre Abgabetermin versäumt, wenden Sie sich bitte an Herrn Grohmann.

Unter welchen Voraussetzungen gibt es eine Abgabefristverlängerung?

Fristverlängerungen oder Zurückstellungen werden nur ausnahmsweise und nur in begründeten und testierten Fällen gewährt. (Krankheit, Auslandssemester, Betreuer/in ausgefallen).

Persönliche Gründe wie Hochzeiten, Liebeskummer, PC kaputt .... werden nicht akzeptiert.

Kann man die Arbeit aufs kommende Semester verschieben?

Wird bei einer Famulatur eine Abgabefristverlängerung gewährt?

Nein. Eine Famulatur hat per se keine aufschiebende Wirkung.

Erhalten Studierende, die am Erasmusprogramm teilnehmen, eine Fristverlängerung?

Ja. Verlängerung nach Testatvorlage und Absprache. Wird nicht als Wiederholung gewertet.

Welche Wiederholungsmöglichkeiten gibt es?

Die Arbeit kann mehrfach wiederholt werden. Bei jeder Wdh. muss ein neues Thema gewählt werden. Wird die Leistungskontrolle auch nach der dritten Wiederholung nicht bestanden, so ist ein Beratungsgespräch mit dem Koordinator (Leiter) des Arbeitsbereiches obligatorisch.

Wann gilt die Leistungskontrolle als „Bestanden“?

Wenn die fachliche und die formale Bewertung "Bestanden" sind. Der Betreuer dokumentiert mit seiner Unterschrift, dass die Arbeit fachlich mindestens "Ausreichend" ist.

Unentschuldigte Nichtabgabe gilt als "Nicht Bestanden". Ebenso wenn die Arbeit formale Mängel aufweist und / oder der Fachbetreuer sie schlechter als "Ausreichend" bewertet. (Vgl.  formale Checkliste und Fachbwertungsbogen). Die Ergebnisse der Leistungskontrolle werden im Campusnet publiziert.

Gibt es eine Nachbesserungsmöglichkeit, wenn die Arbeit formal nicht bestanden wurde?

Ja. Studierende werden bei Nichtbestehen der formalen Kriterien informiert und haben dann maximal zwei Wochen Zeit, die Mängel abzustellen

Welche Beurteilungskriterien gibt es?

Siehe Campusnet: http://campusnet.charite.de/hausarbeit-lehre.html

Checkliste „formale Bewertung“ (Methodiker) und "Bewertungskatalog" (Fachbetreuer/in)

Wird die Hausarbeit benotet?

Ja.

Darf die Hausarbeit in Englisch verfasst werden?

Ja.

Darf die Hausarbeit Basis für eine Publikation sein?

Ja.

Kann eine Diplomarbeit, etc ... als Hausarbeit anerkannt werden?

Nein. Äquivalenzbescheinigungen werden nicht anerkannt.

Es könnte aber versucht werden, aus der Diplomarbeit eine eigenständige Fragestellung herauszudestillieren und diese einem Lehrenden vorzuschlagen.

Kann es sein, dass man das gewählte Thema nicht bekommt? (Online-Wahl / Listenthema)

Ja. Denn die Themenzuweisung erfolgt über ein Computerprogramm. Und wenn es sich um populäre Themen handelt, die von vielen Studierenden gewählt wurden, muss man Glück haben. (s. Themenwechsel / eigenes Thema)

Kann es sein, dass man das zugewiesene Thema nicht bekommt?

Normalerweise nicht. Aber es passiert (sehr selten), wenn z.B. Betreuende nicht überprüfen, ob Studierenden, die sich bei ihnen melden, auch tatsächlich dieses Thema zugeteilt wurde!

Kann es sein, dass mir jemand mein eigenes Thema wegnimmt?

Nein. Es sei denn, Ihr Betreuer hat vergessen, dass er es schon als Vorschlagsthema eingereicht hat!

Gibt es nach Ablauf der Wahlfrist eine Möglichkeit zum Thementausch bzw. Themenwechsel?

Ja. Das ist innerhalb einer kurzen Frist möglich.

Details dazu im Merkblatt „Info zum Themenwechsel“ http://campusnet.charite.de/hausarbeit.html

Was ist bei eigenem Thema und eigenem Betreuenden zu beachten?

Der Betreuende muss ein Exposee verfassen. Ein Formular dazu findet er im Campusnet (http://campusnet.charite.de/hausarbeit-lehre.html). Bei der Online-Registrierung muss dieses Thema eingetragen werden. Die Studierenden geben das Exposé zuammen mit ihrem unterschriebenen Wahlbogen ab.

Kann man nach Abgabe des Wahlbogens noch ein eigenes Thema anzumelden?

Ja, das ist innerhalb der Frist zum Themenwechsel möglich. (s.o.)

Darf die Arbeit zusammen mit anderen Studierenden geschrieben werden?

Nein. Gruppenarbeit ist nicht zulässig. Jeder Studierende muss eine eigenständige Arbeit mit einer eigenen Fragestellung bearbeiten

Wer darf eine Hausarbeit betreuen?

Die Fachbetreuung muss durch Angehörige der Charite erfolgen, die mindestens den akademischen Grad eines Doktors haben und mindestens drei Jahre Berufserfahrung nachweisen können. (s. Curriculum für die Integrationseinheit „Grundlagen wissen-schaftlichen Arbeitens 1“)

Darf ein „Externer“ die Hausarbeit betreuen?

Man kann explizit die Zulassung zur Betreuung beim Prodekanat beantragen (s. Curriculum) oder versuchen einen Arzt / Lehrenden der Charité zu finden, der für die Betreuung die Verantwortung übernimmt.

Kann das Prodekanat für Betreuende Themen direkt an Studierende vermitteln?

Nein. Sie werden dann in die Liste der Vorschlagsthemen aufgenommen und sind dann bei der Online-Registrierung von allen Studierenden wählbar.

Was passiert, wenn der Betreuende bekundet, keine Zeit zum Verfassen eines Exposées (Vorschlagsthema) zu haben oder es erst dann verfassen will, wenn ein Studierender es gewählt hat?

Das Exposee dient der inhaltlichen Orientierung der Studierenden bei der Themenwahl. Insofern ist es äußerst wünschenswert, wenn es eingereicht wird.

Sind Case-Studies geeignet für die Hausarbeit?

(Beitrag von Thomas Keil, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie)

Case-Report (Einzelfallschilderung)

Die Beschreibung eines einzelnen Patienten (Anamnese, Befunde der körperlichen Untersuchung, Laborwerte etc.) hat in der Medizin durchaus einen wichtigen Stellenwert und kann auch von wissenschaftlicher Bedeutung sein. Für die Hausarbeit in Q1 stellt aber der Case Report keine geeignete Bearbeitung einer wissenschaftlichen Fragestellung dar. Anders ist es bei

Case Series (Bericht über mehrere Einzelfälle mit gleichen Merkmalen).

Die Beschreibung mehrere Einzelfälle (Patienten mit gleicher Erkrankung oder gleicher Therapie) wird auch als „Case Series“ bezeichnet. Sie wird als eine Studienart mit niedriger Aussagekraft angesehen, da die Fallzahl sehr gering ist, die Patienten häufig nach strengen Kriterien ausgewählt wurden und es typischerweise keine Vergleichsgruppe gibt. Case Series können aber trotzdem als eine wissenschaftliche Untersuchung, die für die Hausarbeit geeignet ist, angesehen werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • die zu untersuchende Krankheit ist sehr selten oder die Therapie ist neu,
  • die spezielle Patientengruppe, Krankheit, Therapie ist bisher nicht in   größeren Studien untersucht worden bzw. es gibt keine Studien besserer Evidenz (also mit Vergleichsgruppe; an größeren Patientenzahlen etc.)
  • es muss eine präzise Fragestellung vorliegen, unter der die „Fälle“ für die Hausarbeit bearbeitet werden (z.B. ein neues operatives Verfahren wird im Hinblick auf subjektive und objektive Parameter ausgewertet, um eine mögliche Wirksamkeit abzuschätzen. Sollte sich eine Wirksamkeit vermuten lassen, könnte daraufhin eine größere Studie mit Vergleichsgruppe geplant werden.)
  • die Betreuer achten streng darauf, dass eine wissenschaftliche Bearbeitung der Fragestellung erfolgt und nicht einfach nur Patientengeschichten in Prosaform zusammengefasst werden

Welche Arten von Reviews sind zulässig? 

(Beitrag von Thomas Keil, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie)

In Anbetracht der stetig steigenden Anzahl von Veröffentlichungen, werden in der Medizin Übersichtsarbeiten (=Reviews oder Literaturstudien) immer wichtiger. Insbesondere praktisch/klinisch tätige ÄrztInnen haben kaum noch genügend Zeit, alle für sie relevanten Artikel  zu lesen, geschweige denn kritisch zu beurteilen.

Wir unterscheiden vor allem  2 Arten von Übersichtsarbeiten:

Narrative Übersichtsarbeit

(nicht erwünscht als Hausarbeit) ...

...fasst in Prosaform die Ergebnisse anderer Studien zusammen. Das Problem hierbei ist häufig mangelnde Transparenz. Es bleibt unklar, nach welchen Kriterien die Autoren die dargestellten Studien ausgesucht haben, ob alle existierenden Studien zu diesem Thema berücksichtigt wurden und ob Anstrengungen unternommen wurden, auch bisher nicht veröffentlichte, aber relevante Studienergebnisse zu identifizieren. Diese narrativen Übersichtsarbeiten werden in der Medizin häufig als Expertenmeinung publiziert – in Form von Leitartikeln, Buchkapiteln etc. Sie erfüllen aber nicht die Gütekriterien, die wir in der Medizin brauchen, um neue Therapien, diagnostische Verfahren oder Risikofaktoren für Erkrankungen ausreichend beurteilen zu können.

Das Referieren einzelner, subjektiv ausgewählter Studien sollte daher im Rahmen der wissenschaftlichen Hausarbeit im Fach Q1 vermieden werden. Es sei denn, das Vorgehen bei der Suche geeigneter Studien zum Thema wird transparent, also nachvollziehbar erläutert. In welcher medizinischen Literaturdatenbank (z.B. MEDLINE) wurde gesucht, welche Suchwörter wurden verwendet, für welchen Zeitraum wurde gesucht? Wenn es dann eben nur wenige Treffer gibt, ist das eben das Ergebnis und sollte dann als systematische Übersichtsarbeit beschrieben werden (siehe dazu nachfolgenden Absatz).

Systematische √úbesichtsarbeit

(sehr erwünscht als Hausarbeit)...

...dagegen hat zunächst einmal eine klar beschriebene wissenschaftliche Fragestellung, die am Ende des Einleitungsteils der Hausarbeit dargestellt wird.

Im Methodikteil wird die Suchstrategie zur Identifizierung relevanter Studien transparent erläutert: Name der medizinischen Literaturdatenbank(en), Suchwörter einzeln und in Kombination, Datum der Datenbankrecherche, Anzahl der Treffer insgesamt. Wenn möglich, auch das Vorgehen, um an nicht veröffentlichte Studien zu gelangen, wie Expertenkontakt oder Kongressbesuch. Ein- und Ausschlusskriterien für die Studienauswahl sollten präzise benannt werden: z.B. können nur deutsch- oder englischsprachige Artikel eingeschlossen werden; Tierstudien dagegen können ein Ausschlusskriterium sein.

Wenn alles getan wurde, um die relevanten Studien zum Thema zu identifizieren, wird im Ergebnisteil als erstes kurz beschrieben, wie viele der gefundenen Studien letztendlich berücksichtigt wurden (=eingeschlossen) und wie viele ausgeschlossen wurden (nicht relevant für die Fragestellung, keine Vergleichsgruppe, nur Patienten mit bestimmten Merkmalen, Medikament nicht mehr zugelassen etc.).

Anschließend erfolgt eine übersichtliche Darstellung der wichtigsten Charakteristika für jede Studie getrennt: Erstautor und Veröffentlichungsjahr, Anzahl der Studienteilnehmer, mittleres Alter, Geschlecht, Art der Therapie, Diagnostik, Exposition, Studiendauer und die Hauptergebnisse. Dies alles am besten in Tabellenform mit zusätzlichen Erläuterungen anschließend in Textform, auf keinen Fall redundante Beschreibung der Ergebnisse im Text, das wäre langweilig und platzraubend.

Im Diskussionsteil werden die Stärken und Schwächen des eigenen Vorgehens bei der Literaturrecherche, aber auch die Methodik und Ergebnisse der dargestellten Studien kritisch diskutiert.

In klar und präzise formulierten Sätzen soll der Autor / die Autorin dieser systematischen Übersichtsarbeit am Ende der Diskussion Stellung beziehen und eigene Schlussfolgerungen abgeben, die sich aus dieser Literaturarbeit ableiten lassen. Es sollte natürlich auch auf Lücken in der Forschung hingewiesen werden, wenn dies der Fall ist.

Weiterfürende Hinweise und Tipps

In Anbetracht der ständig steigenden Flut von Publikationen ist diese zusammenfassende systematische Darstellung mittlerweile ein ganz wichtiges methodisches Vorgehen in der Medizin geworden. Sie ist gleichzeitig ein integraler Bestandteil der „Evidence based Medicine“. Deren Zielsetzung ist der vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen wissenschaftlichen Evidence als Basis für Entscheidungen zu Therapie und Diagnostik in der Medizin.

In Pubmed (Medline) u.a. Datenbanken sollte man bei der eigenen Literaturrecherche für eine systematische Übersichtsarbeit den Filter „Review“ einsetzen, um herauszufinden, ob möglicherweise andere Wissenschaftler einem schon Arbeit abgenommen haben.

Für das methodisch reflektierte Vorgehen beim Verfassen eines systematischen Reviews gibt es umfangreiche Hilfestellungen (Manuals) der Cochrane Collaboration. Die Cochrane library selbst enthält eine beispielhafte Sammlung von systematischen Reviews, die auch regelmäßig aktualisiert werden.

Links:

Irrtümlich werden manchmal "Meta-Analysen" als Hausarbeit vergeben: Meta-Analysen werden hoffentlich auf der Grundlage systematischer Reviews durchgeführt. Das Besondere an ihnen ist, dass zusätzlich die Ergebnisse der berücksichtigten Einzel-Studien (wie eine große Studie) zusammengefasst und neu statistisch analysiert werden. Dies kann nicht von Studierenden des 1. klinischen Semesters verlangt werden. Es gehören ausreichende statistische und epidemiologische Kenntnisse dazu, eine Meta-Analyse sauber durchzuführen.

Darf man eine Meta-Analyse schreiben?

Meta-Analysen sind eine anspruchsvolle Form und verlangen ein methodisches Know-How, über das Studierende im 1. Klinischen Semester in aller Regel nicht verfügen. (s.auch "Reviews")

Welche Kategorien gibt es?

  1. Literaturarbeit im Sinne einer systematischen Übersichtsarbeit (systematisches Review)
  2. Laborarbeit in der Grundlagenforschung (auch Tierversuche,...)
  3. Laborarbeit mit Patientenbezug (z.B. mit menschl. Blut-, Urinproben, Tumorgewebe etc.)
  4. Klinische Studie (Untersuchungen an Patienten/Probanden; auch aus Arztpraxis, Pflegeheim)
  5. Medizinhistorische Arbeit
  6. Gesundheitswissenschaftliche Arbeit (aus Public Health, Präventionsmedizin, Gesundheitsökonomie, Medizin-Psychologie und -Soziologie und ähnlichen Gebieten)
  7. Sonstiges

In welcher Form muss die Arbeit abgeben werden?

Einfacher Klemmhefter ist in Ordnung. Die Arbeit sollte nicht getackert oder gelocht werden.

Wie muss die Arbeit aufgebaut sein?

Hinweise auf die "klassische" Disposition einer wissenschaftlichen medizinischen Arbeit gibt es in der “Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten” (PDF) und der “Vorlage für den formalen Aufbau der Hausarbeit” (PDF). Davon teilweise abweichende Gliederungen gibt es bei medizinhistorischen und gesundheitswissenschaftlichen Arbeiten, die im Zweifelsfall mit den Fachbetreuern besprochen werden sollten.

Welche Layout- oder Formatierungsvorschriften gibt es?

Detaillierte Informationen zur Formatierung gibt es in der “Vorlage für den formalen Aufbau der Hausarbeit (PDF)” (s.o.).

Ein Titelblattmuster gibt es zum Download.

Vorwegnehmende Hinweise:

  • Inhaltsverzeichnis hat Standardschriftgrösse.
  • Abbildungen sollten an Ort und Stelle eingefügt und beschriftet werden (kein Anhang!).
  • Tabellen werden oben beschriftet (Titel), Abbildungen (Diagramme) unten. Beide Formen sollten selbsterklärend sein (Spalten-/Achsenbeschriftung , Legende)
  • Ein Abkürzungsverzeichnis ist nur bei vielen Abkürzungen notwendig.
  • Kein Seitenumbruch bei neuem Kapitel.

Wie sieht die Eidesstaatliche Erklärung aus?

Ein Template gibt es hier: Eidesstattliche Erklärung (DOC)