Qualität der Lehre

    Allgemeines

    Die Charité arbeitet ständig an der Verbesserung der medizinischen Ausbildung. Dabei werden unterschiedliche Ebenen (Lehrinhalte, Lehrorganisation, Veranstaltungsqualität, Prüfungen/Assessments etc.) erfasst und verschiedene Mess- (Intemanalyse, Evaluation, direktes Feedback durch Studierende an das Dekanat etc.) und Steuerungsinstrumente (Leistungsorientierte Mittelvergabe, Ehrungen, direkte Interventionen etc.) eingesetzt. Der Prozess wird durch den Fakultätsrat bzw. durch die von ihm eingesetzten Gremien umgesetzt, an denen die Studierenden maßgeblich beteiligt sind.

    Gremien

    Ausbildungskommission

    Die Ausbildungskommission (AK) ist im Berliner Hochschulgesetz verankert. Sie diskutiert und beschließt vor allem Ordnungen und Satzungen, die die Rahmenbedingungen des Studiums regeln:

    • Studienordnungen
    • Zulassungssatzungen
    • PJ-Ordnung
    • Lehrveranstaltungsordnungen

    In dieser Kommission stellen die Studierenden die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder. Gäste sind jederzeit willkommen. Die AK tagt monatlich, jeweils am ersten Dienstag im Monat, 18-20 Uhr, semesterweise über die Standorte rotierend. Geschäftsstelle der AK ist das Prodekanat für Studium und Lehre.

    Curriculums- und Prüfungskommission

    Die Curriculum- und Prüfungskommission wurde vom Fakultätsrat eingerichtet, um die neueApprobationsordnung für Ärzte in einem Curriculum umzusetzen und die Bedingungen für die Vergabe der Leistungsnachweise (Ermittlung der Noten) vorzubereiten. Sie befasst sich vorwiegend mit der inhaltlichen Ausgestaltung des Studiums im Regelstudiengang Medizin und ist bestrebt, die fächerübergreifenden Aspekte des Studiums weiter auszubauen.

    Dieser Kommission gehören die Integrationsbeauftragten an, die jeweils ein themenorientiertes Semester des klinischen Medizinstudiums koordinieren, an. Darüber hinaus sind hier Studierende als stimmberechtigte Mitglieder aufgenommen worden. Gäste sind jederzeit willkommen.

    Die Curriculum- und Prüfungskommission tagt i. d. R. 14-tgl., jeweils donnerstags, 18-20 Uhr, am Campus Mitte. Geschäftsstelle der Curriculum- und Prüfungskommission ist das Prodekanat für Studium und Lehre.

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    Assessment

    Die Curriculum- und Prüfungskommission hat Empfehlungen für die Durchführung von Prüfungen erarbeitet. Sie betreffen die Prüfungsformate, die Erstellung von Prüfungsfragen einschl. Qualitätssicherung und die Auswertung der Klausuren. Der Assessment-Bereich setzt die Empfehlungen um.

    Für die zentral veranstalteten Semesterabschlussklausuren werden momentan überwiegend Multiple-Choice-Fragen (MCQs) eingesetzt. Diese gelten in der internationalen Literatur als reliabel, valide und standardisierbar. Der schlechte Ruf dieses Fragentyps dürfte aus der Praxis des IMPP herrühren, die Fragen zu veröffentlichen, was dazu geführt hat, dass diese immer detaillierter wurden - mit fraglicher Relevanz für den zukünftigen Arztberuf. Aus diesem Grund hat sich die Charité entschlossen die MCQs nicht zu veröffentlichen.

    Um die Qualität der Prüfungsfragen sicherzustellen, hat der Assessment-Bereich einen Leitfaden zur Erstellung der MCQs herausgegeben. Dieser gibt die formalen und inhaltlichen Qualitätskriterien vor, an denen jede Prüfungsfrage in einem Review-Prozess gemessen wird. In diesem Prozess sichten interdisziplinäre Komitees jede Frage nach folgenden Kriterien:

    • Fragen-Format (Einfachauswahl, keine NICHT- o. WEIL-Fragen, mind. vier Antwortmöglichkeiten)
    • Richtigkeit (inhaltlich, formal, nur eine richtige Antwort)
    • Schwierigkeit (Angemessenheit)
    • Lernzielentsprechung

    Hat die Frage den Review-Prozess passiert, so wird sie in den Pool möglicher Prüfungsfragen aufgenommen. Sind Änderungen erforderlich, geht sie zur Überarbeitung zurück an den Autor.

    Generell wird die bestmögliche bzw. wahrscheinlichste Anwort als richtig gewertet (eine absolut richtige Antwort gibt es in der Medizin selten). Die Abfrage von Kontraindikationen ist gestattet.

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    Messinstrumente

    Item-Analyse, Review und Post-Review

    Nach jeder MCQ-Klausur erfolgt eine statistische Itemanalyse für jede Frage. Dabei werden Fragen identifiziert, die nicht den Qualitätsrichtlinien entsprechen - diese werden nach Begutachtung durch die Fachvertreter ggf. aus der Wertung genommen und für zukünftige Klausuren modifiziert. Die Analyse geschieht unabhängig von der Beanstandung von Fragen durch die Teilnehmer der Klausur. Auch die von Studierenden beanstandeten Fragen werden einem Post-Review unterzogen und ggf. aus der Wertung genommen oder umgewertet.

    Evaluation

    Die Charié strebt eine kontinuierliche Verbesserung der Lehrqualität an und benötigt hierzu auch Ihre Einschätzungen. Die Evaluation bietet Ihnen die Gelegenheit, sich an der Verbesserung Ihrer Ausbildung durch Meinungsäußerung aktiv zu beteiligen. Ein Teil der für die Finanzierung der Lehre bestimmten Mittel werden leistungsorientiert nach Maßgabe der Evaluationsergebnisse vergeben.

    Seit dem Wintersemester 2004/2005 wird eine veranstaltungsbezogene Evaluation durchgeführt, für die Sie jeweils zum Veranstaltungsende einen standardisierten Fragebogen mit 16 geschlossenen Fragen zu den objektiven Rahmenbedingungen der Lehrveranstaltung (Ausstattung, räumliche Situation usw.), den subjektiven Leistungen der Lehrenden (Engagement, Fähigkeit, Feedback etc.) und persönlichen Komponenten (eigene Motivation, Lernzuwachs) ausfüllen. Parallel zu dieser papierbasierten Form der Befragung prüft die Charité die Möglichkeiten elektronischer Evaluationssysteme mit dem Ziel, die papierbasierte Variante langfristig abzulösen.

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